Es ist so weit: notizi 1.5 ist da. Vor ein paar Tagen habe ich hier schon eine Vorschau auf das neue Hauptfenster gezeigt – jetzt ist die Version fertig, und sie bringt deutlich mehr mit als ein neues Design. Die wichtigsten Neuerungen: Abgleich zwischen mehreren Geräten mit Ende-zu-Ende-Verschlüsselung, verschlüsselte Datenbanken, die sich sperren lassen, und eine Suche, die auch nach Bedeutung findet.

Das neue Hauptfenster mit Ordnerbaum
Mit vielen Notizen reicht eine flache Liste irgendwann nicht mehr. Alle Notizen öffnet deshalb jetzt ein Fenster nach dem Vorbild des Explorers: links der Ordnerbaum, rechts entweder eine Notiz oder der Inhalt eines Ordners – als Liste oder als Kacheln.
- Notizen per Ziehen in Ordner einsortieren – einzeln, mehrere auf einmal oder als ganzer Ast.
- Die Reihenfolge innerhalb eines Ordners ist frei wählbar, auch in der Liste und in der Kachelansicht.
- Dateien und ganze Ordner aus dem Explorer auf den Baum ziehen – sie werden zu Notizen im Zielordner.
- Suche, Filter, Archiv, Papierkorb und Aufgaben sind wie gewohnt da, und der Baum bleibt beim Suchen stehen.
Abgleich mit anderen Geräten – Ende-zu-Ende-verschlüsselt
Das ist für mich die größte Neuerung. Bisher hieß „notizi auf mehreren Rechnern“: die Datenbankdatei in OneDrive oder Nextcloud legen und hoffen, dass nicht zwei Rechner gleichzeitig schreiben. Mit 1.5 behält jedes Gerät seine eigene Datei, und über einen Abgleichordner wandern nur die Änderungen – jede Notiz, jeder Ordner und jeder Anhang als eigene, verschlüsselte Datei.
- Der Abgleichordner liegt in einem Verzeichnis, das ein Sync-Programm überträgt (OneDrive, Nextcloud, Syncthing …), oder direkt auf einem Server per WebDAV.
- Ende-zu-Ende-verschlüsselt mit AES-256-GCM: Der Server sieht weder Titel noch Inhalt noch Ordnernamen.
- Ändern zwei Geräte dieselbe Notiz, führt notizi die Änderungen zusammen. Eine Konfliktkopie entsteht nur noch, wenn beide genau dieselbe Stelle geändert haben.
- Abgeglichen wird beim Start, nach dem Speichern, alle fünf Minuten und sobald im Abgleichordner etwas ankommt.

Eingerichtet wird das einmal unter Einstellungen → Sync: E2EE-Passwort festlegen, Verbindung anlegen, und jede Datenbank wählt nur noch, ob und worüber sie abgleicht.
notizi und dmOffice: Notizen auch im Browser
Ein besonders praktisches Ziel für den Abgleich ist dmOffice, mein selbst gehostetes Büro für Mail, Kalender, Aufgaben und Dateien. dmOffice bringt seinen eigenen WebDAV-Server mit und ist für notizi einfach ein weiteres Gerät. Deine Notizen vom PC sind damit auch im Browser und in der dmOffice-App fürs Handy da – direkt neben Mail und Kalender.
- In dmOffice unter Einstellungen → Notizen Adresse und Benutzer kopieren und per Klick ein App-Passwort für notizi erzeugen.
- In notizi unter Einstellungen → Sync → Verbindung → WebDAV diese Angaben eintragen, ein E2EE-Passwort festlegen und einmal abgleichen.
- Zurück in dmOffice: Notizen einschalten, dasselbe E2EE-Passwort eintragen, die Datenbank wählen und speichern – fertig.

Danach erscheint jedes Kästchen (☐) aus deinen Notizen in dmOffice in der Liste Notizi-Aufgaben – und wer es dort abhakt, setzt den Haken auch in notizi. Mails lassen sich mit einem Klick als Notiz speichern, mit Link zurück zur Mail.

Der Ehrlichkeit halber: Der Abgleichordner ist Ende-zu-Ende-verschlüsselt, aber dmOffice ist ein Gerät im Abgleich wie dein PC. Es kennt das E2EE-Passwort und entschlüsselt die Notizen – auf deinem eigenen Server, gespeichert in deiner verschlüsselten Benutzerdatenbank. Wer das nicht möchte, gleicht notizi einfach über einen anderen WebDAV-Speicher oder einen Cloud-Ordner ab. notizi funktioniert natürlich auch ganz ohne dmOffice.
Verschlüsselte Datenbanken – und sperren
Datenbanken lassen sich jetzt beim Anlegen verschlüsseln (SQLCipher). Die Datei ist dann ohne Passwort unlesbar – Suchindex, Anhänge und Sicherungen eingeschlossen. Wahlweise fragt notizi bei jedem Öffnen nach dem Passwort, merkt es sich auf diesem Rechner, oder nutzt einen erzeugten Schlüssel, der an dein Windows-Konto gebunden ist.
Eine verschlüsselte Datenbank lässt sich außerdem sperren: Notizen und Zettel verschwinden, bis das Passwort wieder eingegeben ist. Das geht von Hand oder automatisch – nach einer Leerlaufzeit, beim Sperren von Windows, vor dem Standby und auf Wunsch beim Minimieren.

Suche nach Bedeutung
Die Suche findet jetzt auch Notizen ohne gemeinsames Wort: „Kosten für Elektrizität“ findet die „Stromrechnung“. Dafür bekommen Notizen und Anhänge im Hintergrund einen Vektor aus einem kleinen Sprachmodell, das lokal auf deinem Rechner läuft, ohne Netz. Dazu gibt es das Themennetz: das Stichwort in der Mitte, ringsum verwandte Begriffe und Notizen.
- PDF- und Textanhänge werden gelesen und sind durchsuchbar – die Trefferliste nennt Datei, Seite und den Satz drumherum.
- Die Volltextsuche nutzt endlich ihren Index: „Muller“ findet jetzt auch „Müller“.
Schreiben: Suchen und Ersetzen, Codeblöcke und mehr
- Suchen und Ersetzen in jeder Notiz (
Strg+F,Strg+H), mit „3 von 12“ und Rückgängig. - Codeblöcke in fester Schrittweite (
Strg+Umschalt+C) mit Kopierknopf. - Ausrichtung links, mittig und rechts; die Formatknöpfe zeigen, was an der Schreibmarke gilt.
- Tippen ohne Stocken: Gespeichert wird in der Schreibpause, und die Rechtschreibprüfung belegt keinen ganzen Prozessorkern mehr.

Update-Prüfung – nur mit deinem Ja
notizi kann jetzt nachsehen, ob es eine neuere Version gibt. Beim ersten Mal wird gefragt; ohne ein Ja geht nichts hinaus. Die Abfrage ist bewusst sparsam: höchstens einmal am Tag, ohne Kennung und ohne die eigene Version mitzuschicken – verglichen wird auf deinem Rechner. Installiert wird nichts heimlich: notizi meldet die neue Version, lädt auf Wunsch das Setup, prüft die Prüfsumme und öffnet es ganz normal.
Herunterladen
notizi 1.5 gibt es kostenlos für Windows auf notizi.de. Das Installationsprogramm braucht keine Administratorrechte und keine eigene .NET-Installation. Es ist noch nicht signiert, deshalb warnt Windows beim ersten Start – über Weitere Informationen → Trotzdem ausführen geht es weiter. Eine Android-Version ist in Arbeit. Alle Änderungen im Detail stehen im Changelog.
Wer notizi noch nicht kennt: In „Notizen, die bleiben“ stelle ich die App vor, und notizi 1.4 brachte die Erinnerungen. Ich freue mich über Feedback in den Kommentaren!